Romano Guardini Online Konkordanz
Treffernummer:

 < Seite 419> 


Teil, gegen William James und dessen Mißachtung der rituellen Religionsübung gerichtet, erörtert die Frage, was die Liturgie für das Entstehen persönlichen religiösen Lebens, wirklicher religiöser Erfahrung bedeute. Dieser Teil, ausführlich behandelt, wächst sich zu einer Theorie des liturgischen Lebens aus. Sein Schwerpunkt liegt besonders im Psychologischen. Er entwickelt kurz folgendes: Die Voraussetzungen für die Entstehung eines liturgischen Milieus und dessen Merkzüge. - Wie die Liturgie Quelle und Ursache religiösen Lebens ist, und wie sie auf die verschiedenen seelischen Gebiete wirkt. - Die Liturgie als Form gesellschaftlicher Religionsübung, und worin die liturgische Gemeinde sich von anderen religiösen Versammlungen unterscheidet. - Die Liturgie als Form persönlichen religiösen Lebens; die persönlichen Voraussetzungen rechter Liturgie-Übung und deren Einfluß auf das Seelenleben des einzelnen; dann die Frage, wie sie zum vereinfachten inneren Gebet (oraison), und zur methodisch genauer festgelegten Betrachtung (méditation) steht. - Die Rolle des Kultes im Bekehrungsprozeß. - Liturgie und religiöses Volksleben *2 Liturgie und Jugend. - Liturgie und benediktinische Aszese. - Liturgie und katholisches Volksleben im allgemeinen. - Liturgische Mißbräuche. – Am Schluß wird das dreizehnte Kapitel über den kirchlichen Gottesdienst als Quelle des religiösen Lebens genauer ausgeführt.

II.
Neben so mancher dürftigen Darlegung des liturgischen Lebens ragt das Buch hoch hervor. In seinem weit ausgreifenden Aufbau, seiner reichen Gliederung und Gedankenfülle zeigt es, wie umfassend das Problem der Liturgie ist. Kein Wunder, handelt es sich doch darin um nichts anderes als um die Kirche selbst, ihrer kontemplativ-
*2 Dabei dürfen die Ausführungen des Verfassers über Pseudo-Liturgie nicht auf unsere deutschen Volksandachten bezogen werden. Er hat offenbar besondere Verhältnisse im Auge.

 < Seite 419>