![]() | Treffernummer: |
< | Seite 84 | > |
Wir suchen und wollen das große Neue: Den neuen Menschen. Aber der Gedanke des neuen Menschen sagt noch nicht alles, wir wollen den neuen Mann und die neue Frau. Dazu aber muß der junge Mensch sich selber auf den Weg machen, der Junge für sich und auch das Mädchen für sich. Jedes von ihnen muß ganz allein, vom andern unbeeinflußt, in sein eigenes Wesen hineinhorchen. Für den Bereich des Jungen ist da zunächst eines wichtig: Das ritterliche Spiel. Das ist etwas ganz anderes als der „Sport”. Das Wort steht in Anführungszeichen. Ich meine damit das unerfreuliche Wesen, das sich auf Sportplätzen und in Klubs, in matches und trainings breitmacht; das überall in den Sportzeitungen in Sprache und Gesichtern, in Meisterschaftsbegeisterung und was allem noch deutlich wird. Dieser „Sport” bedeutet „Rekord schlagen”, auf irgend einem Gebiet der erste sein wollen, samt all dem Ehrgeiz, der Eifersucht und Äußerlichkeit, die damit verbunden sind. Sport bedeutet, sich auf eine besondere Leistung hin „trainieren”, drillen hieße es auf deutsch, damit man „das Höchste” erreiche. Darüber aber wird aus dem wohlgeschaffenen Menschen eine Maschine. Wie unerfreulich solch ein Sportgeschöpf, das nichts anderes kennt als Fußball, Motorrad, Tennis, oder sonst eine Spezialität! Wie leicht verkümmert da, was doch die Hauptsache ist: der Mensch! Rechtes Spiel hat von vornherein eine vornehme Haltung, steht anderswo. Der richtige Spieler will über den Gegner siegen. Aber zugleich fühlt er sich in Gemeinschaft mit ihm und will ein starkes, schönes, ernstes und zugleich fröhliches Werk mit ihm aufbauen, eben das Spiel. Wichtiger als | ||
< | Seite 84 | > |