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Gemeinsamkeit er selber sein könne. Diese Dinge müssen eben erst geschaffen werden, nachher kann man darüber denken. So hat die Schriftleitung die Verfasserin um diese Schilderungen gebeten. Ausdrücklich ging die Bitte dahin, nicht theoretisch zu sprechen, mit psychologischen oder soziologischen Analysen, sondern einfach zu beschreiben. Und je konkreter dabei das tägliche Dasein zum Ausdruck kommen würde, desto besser. Daraus erwächst natürlich ein Bedenken, und das mußte umso größer werden, je weiter die Arbeit voranschritt: Kann man über gegenwärtige Verhältnisse, in denen lebendige Menschen stehen, so sprechen? Ist das möglich, von ihrem eigenen Standpunkt aus, wie von dem der Umwelt? Und wird sich der Schein vermeiden lassen, hier werde der Anspruch gemacht, durch diese Schilderung ein Vorbild hinzustellen? All diese Bedenken sind von den Beteiligten, also vor allem die Verfasserin und ihr Kreis, dann aber auch die Schriftleitung, wohl bedacht worden. Das Ergebnis war, es müsse möglich sein, ohne allen Anspruch, aber zuversichtlich und schlicht ein Stück Leben hinzustellen. Nur ein Stück Leben; ohne Theorien. Und zwar Leben, wie es wirklich ist; in dem sich also nichts Besonderes zuträgt; das vielmehr aus dem zusammen-gewoben ist, was tägliches Leben bildet, aus den kleinen Dingen der täglichen Arbeit, des täglichen Verkehrs und der täglichen Schicksale. Sollte der Leser die Empfindung haben, das Ganze gehe zu ausführlich ins einzelne, so trägt nicht die Verfasserin, sondern der Unterzeichnete die Verantwortung dafür. | ||
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