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Außer diesem allen aber begegnet dem Menschen in oder an der Weltwirklichkeit noch eine weitere Qualität, ein Wert, eine Wesenheit, eine Forderung. Sie tritt in der Regel an den übrigen Bestimmungen der äußeren oder inneren Welt hervor, wird von ihnen getragen, hebt sich von ihnen ab. Etwa als ein eigentümlicher Charakter am Sein überhaupt: daran, daß überhaupt etwas ist, daß es so ist, daß es solche Mächtigkeit hat, Grenzen hat, bedingt, gefährdet ist ... Oder als eine Bestimmtheit an den einzelnen Erscheinungen innerhalb dieses Welt-Seins: etwa an der Weite des Raumes, der Größe und Zahl der Himmelskörper; an den Rhythmen der Zeit, des Lichtes, des Lebensvollzuges; an der Einsamkeit der Steppen und dem Dunkel der Wälder; an Phänomenen des menschlichen Daseins wie Geburt und Tod, Geschlechterbeziehung, Schlaf und Erwachen, Gefahr, Krieg, Ordnung und Unordnung des Gemeinwesens; an bestimmten Schöpfungen, wie Gebäuden, Bildwerken, Liedern, Symbolen; an besonderen menschlichen Persönlichkeiten und ihrem Verhalten; an Fügungen des Schicksals ... Diese Qualität kann an allen Daseinsbestimmungen auftauchen und sich mit ihnen verbinden. Sie gibt ihnen eine besondere Mächtigkeit, Erhabenheit, Fremdheit, Furchtbarkeit - aber auch eine ebenso besondere Nähe und Tiefe, etwas zu innerst Berührendes, Anziehendes, Erregendes, Erfüllendes. Sie tritt am Stoff der Welt, an den Dingen und Ereignissen des Daseins hervor; zugleich aber wird deutlich, daß sie weder mit ihnen identisch noch an sie gefesselt ist. Ja, sie bringt den Erfahrenden mit eben den Dingen und Erscheinungen, an denen sie auftaucht, in eine eigentümliche Spannung und macht, daß er diese als uneigentlich empfindet. Die Qualität, von der wir reden, hat das Besondere, daß sie von den Dingen wegruft. Sie kommt nicht aus dem unmittelbaren Zusammenhang des Entstehens und Vergehens der physikalischen, biologischen, psychologischen Wirklichkeit, wie die Eigenschaften des Seins sonst, sondern anderswoher - und ruft anderwohin: dorthin, woher sie kommt. | ||
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