![]() | Treffernummer: |
< | Seite 50 | > |
aus welcher immerfort der Lebensstrom entspringt; geheimnisvolle, dunkle Tiefe, aus welcher Tag und Gestalt steigt; mütterlich bereiter Schoß und wachsame Hut. Ist das Leben echt, dann vermag es immer wieder in das Reich des mitlaufenden Anfangs hinabzulangen. Wenn es sich nicht an die Dinge verliert, sondern auch bei sich zu bleiben versteht; wenn es nicht nur redet und tut und unternimmt, sondern auch still, gegenwärtig zu werden, in sich und in das, was innert des Daseins webt, hineinzuhorchen weiß - dann hat es Zusammenhang mit dem Reich des Anfangs, kann sich darin geborgen und getragen fühlen und sich immer wieder aus ihm erneuern ... Und wiederum steht das Ende, das rechte, die Vollendung nicht nur dort, wo nachher nichts mehr kommt, sondern es wirkt voraus. Schon im Augenblick des Anfangs wirkt es und zieht das Lebendige zu sich. In jeden Augenblick dringt es herein und fordert sich von ihm. Gehorcht aber der Augenblick, vollbringt er sich recht, dann empfängt er ein Siegel, das ihn aus der bloßen Zeit herausnimmt und der Ewigkeit verbindet. Wenn zwei Menschen einander gefunden haben und ihr Leben zusammen leben wollen, dann streben sie wieder dem Reich des Anfangs zu. Die noch erst zwei Einzelne waren, jeder für sich, mit eigenem Anheben und besonderem Weg, suchen nun zusammen jenen Anfang, gehen in ihn ein und neu aus ihm hervor: Zwei und lebendige Einheit zugleich. Das tut die Liebe. Nun ist etwas Neues da, und wirkt weiter von jetzt ab. Und es ist auch von einer besonderen Voll-Endung angerufen, die sich schon im ersten Augenblick vom Rande her erhebt und Verwirklichung fordert. Auch dieser Anfang soll durch das ganze Leben mitgehen; als Quelle und tragende Tiefe und bergende Hut. Und die Vollendung soll im Bewußtsein einer Aufgabe vorauswirken, welche fordert, ihr treu zu sein und sie bis zur Erfüllung durchzutragen. Dieses Geheimnis hat Gott von den ersten Tagen an geheiligt | ||
< | Seite 50 | > |