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Gib bitte Frau K. Nachricht, damit sie Dir dann Weiteres mitteilen kann. - Wie ist das schön, was Du von Frau Oldenbourg und ihr [!] Urteil über Marias Übersetzung erzählst.*851 Prachtvoll. Und was sie von der Sprachleistung Marias sagt, ist um so bedeutungsvoller, als es geradezu eine Zeichnung ihres Wesens darstellt. Als ich Deinen Brief las, habe ich - wieder - an mein noch nicht eingelöstes Versprechen gedacht. Ich kann nicht sagen, daß ich mich vor der Aufgabe, Menschenbilder zu zeichnen, scheute. Aber hier traue ich mich nicht heran. Marias Geheimnis war eine Größe im Menschlich-Einfachen; und eine Glut und Spannkraft in klarer Ruhe ? aber wie soll man das sagen! Gerade wenn man so viel weiß! Aber vielleicht kommt doch einmal der Augenblick. Etwa als Nachwort zum zweiten Bande.*852 - Und sonst wäre viel zu sagen. Schreiben wird mir immer unlieber. Aber wir werden uns ja bald sprechen. Wie es mit dem Berliner Aufenthalt wird, getraue ich mich kaum zu fragen. Ich wäre so froh, wenn Du es mir sagtest, falls irgendetwas Dich abhält, was von hier aus bestimmt wäre. Du könntest sicher sein, es würde alles geschehen, es zu beheben. Alles Gute, lieber Joseph Romano 851 Vgl. den vorangehenden Br. 111; bezogen auf die Konversion und auf die Übersetzung Maria Knoepflers von J. H. Newman. 852 Tatsächlich schrieb Guardini den Nachruf »Maria Knoepfler zum Gedächtnis« (zuerst in: SchG 8 (1928), dann gedruckt in ihrer Übersetzung: John Henry Newman, Briefe aus der katholischen Zeit seines Lebens. Bd. 2, in: Ausgewählte Werke Bd. 10, Mainz (Grünewald) 1931, 369-378 (M 364). | ||
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