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Frl. Chrz. ist noch im Krankenhaus. Die Sekretärin von Johannes Spörl hilft mir aus. Das Ganze wird etwas bedrängt werden. München, Do. 13.11.53 Ich habe einen Zettel gefunden, auf dem ich eine Art Gedicht in französischer Sprache aufgezeichnet habe, das im Traum entstanden war – oder im Halbtraum, ich erinnere mich nicht mehr genau. Eine sonderbare Sache, das Ganze. Es lautet so: Le cygne parle: Sois le bienvenu dans ce monde étrange O toi dont l’âme est ouverte comme celle de l’ange qui reçoit l’ordre du Seigneur Dieu ... Le monde est grand et tout vert et rouge et bleues sont les profondeurs de la terre et du temps ... Weiter geht es nicht. München, So. 15.11.53 Heute war der erste Gottesdienst in St. Ludwig. Sehr viele Menschen; so viele, daß man nicht weiß, ob man sich freuen oder unruhig sein soll. Ich habe über das Wort in der Schöpfung und in der Sprache geredet. Als Einleitung in die Semesterarbeit. Was denken sich die Hörer – im Durchschnitt –, wenn man ihnen von der Verantwortung für die Sprache spricht? Ob sie sich überhaupt etwas dabei denken? Meine Influenza macht mir Sorge. Hoffentlich kommt sie mir nicht in die Quere – morgen soll der Vortrag in der Akademie stattfinden. | ||
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