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so stehen an seinem Beginn stark entwickelte Bäume, rund herum bis auf den Boden bewachsen, wie sie eben am Waldrande gedeihen. Darunter einige herrliche Tannen, mit mächtigem Behang, wie seltsame, edle Wesen in schwer fallendem Haar; und wenn es Abend wird, und die Sonne vor dem Untergehen ihre letzten roten Strahlen herüberschickt, dann zeichnen ihre Wipfel sich hell vom blauen Himmel ab, und ihre jungen Zapfen schimmern ... Auf der anderen Seite aber haben sie den Wald abgeholzt, um Raum für den Kanal zu gewinnen, und so stehen nun die Bäume, wie sie im Waldinnern wachsen, bloß bis zum kargen Gipfel, wie kupferne Säulen, in gerader Front. Wie herrlich ist die weite Bahn über den geraden Kanal hin, durch die großen Wände der Bäume! Die Luft streicht rein hindurch und duftet vom harzigen Atem der durchsonnten Wälder und vom Ruch der Wiesen, auf denen das Heu trocknet. Ganz still ist alles - noch einmal tiefer still, wenn man in das Wasser achtet, das lautlos strömt. Was ist das doch für eine Schönheit? Es ist keine Natur. Es ist Kunst. Ein Park ist es, ohne Wissen Derer geraten, die all die Arbeit ausführten, und nur an saubere Nützlichkeit dachten. Aber ein Park aus neuer Form. Man fühlt die großen Möglichkeiten, welche die Technik öffnet - wenn es gelingt, die Natur einigermaßen unzerstört und unverschmutzt zu erhalten. Der Kanal ist an zwanzig Meter breit und in der Mitte etwa sechs Meter tief. Er hat starkes Gefälle; so fließt das Wasser rasch und mit Wucht. Aber sein Lauf ist gerade. Sein Boden und seine Wände sind von glattem Beton. In ihm liegt kein Stein und keine Untiefe. So strömt das Wasser, man möchte sagen, ohne gegliederte Bewegung. Es hat weder Welle, noch Strudel. Nur feine Ränder laufen über die Oberfläche, als ob sich Fäden aus Wasser über den Spiegel zögen, in sonderbaren, fast ein wenig unheimlichen Formen. Ohne Laut gleitet | ||
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