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des Daseins Jesu: in der zweiten der heiligsten Personen, dem »Wort«, dem Logos, worin Gott, der Sprechende, die Fülle seines Wesens offenbar macht. Sprechender und Gesprochener aber neigen sich einander zu und sind eins in der Liebe des Heiligen Geistes. Das zweite der Gottesangesichter, das hier »Wort« genannt wurde, heißt auch »Sohn«, denn der es spricht, heißt Vater; und der Heilige Geist trägt in den Abschiedsreden des Herrn den holden Namen »Tröster« und »Beistand«, denn Er macht, daß die Geschwister Jesu nach seinem Heimgang »nicht als Waisen zurückbleiben«. Von diesem himmlischen Vater, in der Kraft dieses Heiligen Geistes ist der Erlöser zu uns gekommen. Der Sohn Gottes ist Mensch geworden. Nicht nur zu einem Menschen herabgestiegen, um in ihm Wohnung zu nehmen, sondern Mensch geworden. Wirklich »geworden«, und damit kein Zweifel entstehe; damit nicht etwa gesagt werden könne, Er habe die Niedrigkeit des Leibes gescheut und sich nur der Innerlichkeit einer heiligen Seele, oder der Höhe eines auserlesenen Geistes verbunden, sagt Johannes, scharf betonend: Er ist »Fleisch geworden«. Nicht im bloßen Geiste, erst im Leibe wird Geschichte und Schicksal; diese Wahrheit wird uns noch oft beschäftigen. Im Erlöser ist aber Gott gekommen, um Geschichte und Schicksal zu haben. Durch die Menschwerdung ist Er unter uns eingetreten und hat neue Geschichte begründet. Alles vergangene Geschehen hat Er daraufhin bestimmt, daß es »vor der Geburt unseres Herrn Jesus Christus« liegt, auf sie wartet und sie vorbereitet. Alles Folgende hat Er daraufhin bestimmt, daß es sich, annehmend oder widerstehend, an seiner Menschwerdung entscheidet. Er »hat unter uns gewohnt« – genauer übersetzt: »Er hat sein Zelt unter uns gehabt.« Das »Zelt« des Logos aber war sein Leib; das heilige Zelt Gottes unter den Menschen; die Stiftshütte unter uns; der Tempel, von dem Er zu den Pharisäern gesagt hat, daß er würde »abgebrochen werden und wieder aufgebaut in drei Tagen« (Joh 2,19). Zwischen jenem ewigen Anfang und dem Fleisch-sein in der Zeit liegt das Geheimnis der Menschwerdung. Streng, mit metaphysischer Wucht wird die Tatsache von Johannes hingestellt. Die liebliche Fülle der Gestalten, das innige Geschehen, | ||
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