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Das Wort „frei" ist für viele ein Nebel geworden, in dem sie nichts Deutliches denken. Gerade hier aber müssen wir klar sehen: So wollen wir alles beiseite schieben, was bloßes Wort oder Gefühl ist. Scharf blicken, deutlich scheiden. Nicht um Probleme zu wälzen, gerade in dieser Frage kommt man damit nicht weit. Vielmehr wollen wir uns lebendig vor Augen stellen: Wer ist frei? Wann hat einer das Recht, sich frei zu nennen? Um das Bild des wahrhaft freien Menschen geht es uns. Darin wird vielleicht manches kleinlich anmuten; aber wir wollen es uns nicht verdrießen lassen. Das „Großzügige" ist nicht immer echt; es steckt viel Schwindel dahinter. Wir wollen gute Arbeit tun, Handwerksarbeit. Die ist ehrlich und dauert. Fangen wir beim nächsten an: Man wird einen Menschen frei nennen, wenn er tun kann, was er will; wenn er die äußere Freiheit der Entschließung und Bewegung hat. Bei manchem ist es ja so, daß ihm von Vorgesetzten oder Angehörigen überall Vorschriften gemacht werden. Darin ist er natürlich nicht frei. Er will wandern und darf nicht, möchte sich einer Gruppe anschließen, aber es wird ihm verboten; er würde eine Arbeit gern so anfassen, wie er sie für richtig hält und muß sie nach fremder Weisung machen; es zieht ihn zu einem bestimmten Beruf, er kann ihn aber nicht ergreifen ... All das ist Unfreiheit und kann sehr drücken. Noch schwerer wird die Unfreiheit, sobald die Umgebung andere Gesinnung hat. Das kann jedem geschehen und überall. Man versteht ihn nicht; lehnt ihn ab; will ihm die eigenen Ansichten aufzwingen. Was | ||
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