Romano Guardini Online Konkordanz
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der Jugendbewegung gebunden ist, daß er bereits »historischen” Wert besitzt. Die „Briefe über Selbstbildung” sind aber mehr als nur ein Dokument der Jahre, in denen sie geschrieben wurden. Sie können immer neu zu jungen Menschen sprechen und ihnen helfen, Mensch und Christ zu sein und zu werden. Gerade heute ist das wichtig, wo die Besten der Jugend einen Anfang suchen, den Ansatzpunkt zu einem besseren, menschlichen Leben. Vielleicht ist es darum ein Zeichen unserer Zeit, eines der hoffnungsvollen, die es ja auch gibt, daß die Briefe eben jetzt aus ihrer Heimat, dem Kreis um Quickborn und Burg Rothenfels, hinausgehen zu allen, die sich ihrer Art zu denken und zu leben anvertrauen wollen. Sie sprechen von den Grundlagen christlichen Lebens im Alltag junger Menschen, und damit auch von der Freiheit und Weite, von der menschen- und völkerumspannenden Kraft des christlichen Erbes und der christlichen Aufgabe. Vielleicht kann, wenn dieses Erbe verstanden, diese Aufgabe angenommen und ihre Kraft und Weite erfahren wird, eines Tages auch ein neuer Brief über die Gemeinschaft, über die Gemeinsamkeit junger Christen geschrieben werden!

[Bibliographische Notiz:
Die Briefe über Selbstbildung erschienen zuerst in loser Folge als Einzelhefte zwischen 1921 u. 1924 u. d. Titel: „Gottes Werkleute. Briefe über Selbsterziehung“ auf Burg Rothenfels am Main: Verlag Deutsches Quickbornhaus; dann 1925 als Gesamtpublikation im gleichen Verlag unter dem Titel: „Gottes Werkleute. Briefe über Selbstbildung. Erste Reihe“ (Eine „zweite Reihe“ ist nicht erschienen); dann u. d. Titel: „Briefe über Selbstbildung. Neue Ausgabe von Gottes Werkleute“, Mainz: Grünewald 1930 (3. Aufl. 1935).
1949 erschien eine mit Genehmigung Guardinis (vgl. Nachwort v. Ingeborg Klimmer) bearbeitete Fassung, als Schuber mit Einzelheften, Bingen: Rhein-Nahe Druckerei. Darauf fußen alle späteren Auflagen, die dann im Matthias-Grünewald-Verlag, Mainz in Buchform erschienen, 1951 (41.-44. Tsd. - 1968(83.-85 Tsd.).
In dieser bearbeiteten Fassung, der auch das Topos Taschenbuch Nr. 146 zugrunde liegt, wurden das Geleit- und das Grußwort Guardinis, sowie insb. der Brief über die „Gemeinschaft“ weggelassen, da vor allem letzterer, lt. Nachw. d. Bearb., „so eng an das schöne, jedoch unwiederholbare Erlebnis der Jugendbewegung gebunden“ sei u. daher die noch immer gültigen Grundgedanken der übrigen Briefe in ihrer heutigen Wirkung beeinträchtigen könne. Die übrigen Briefe sind z.T. redaktionell stark bearbeitet.
Dennoch wurde diese Fassung hier übernommen, da – wie beim Prinzip der Werksausgabe „Romano Guardini Werke“ - die letzte zu Lebzeiten Guardinis erschienene Fassung als verbindlich anzusehen ist.
Hans Mercker]
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