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glühende, aufstrahlende Mitte liegt. Liebe ist es, zu den zarten und blühenden Dingen in seines Vaters Schöpfung, wenn Er von den Anemonen des Feldes spricht, und wie sie von Gott gekleidet seien, schöner als Salomon in seiner Pracht. Liebe ist es zu allem Atmenden, Lebendigen, wenn Er von den Vögeln des Himmels redet, den leichten, sorglosen, die nicht arbeiten, und der Vater im Himmel nährt sie ... Solche Liebe ist schön. Aber ihre Art könnte man auch in Anderen finden, noch ausdrucksvoller, farbiger, inbrünstiger. Denken wir doch nur an jenen, der alles, was in der Welt ist, Bruder und Schwester genannt hat, den heiligen Franziskus ... Liebe ist es wiederum, was ihn faßt, wie er die dunkle, preisgegebene Menge des Volkes sieht, und es Ihn erbarmt, "denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben ..." Etwas Großmütiges, Starkes ist diese Liebe zum Volk in seiner verlassenen Not. Aber sie ist auch Anderen ins Herz gekommen. Und wenn unsere Zeit einen Anspruch auf Schätzung hat, so kommt er gewiß daher, daß in ihr diese Liebe erstarkt. Liebe ist es noch einmal, wenn Er die Kranken aufnimmt; wenn er das Meer des Leidens an sich heranläßt; wenn Er aufrichtet, kräftigt, heilt ... Und aufs Neue Liebe, wenn Er sprechen kann: "Kommt zu Mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken." O der große Liebende und seine Herzenskraft, sich aufrichtend gegen die Weltgewalt des Schmerzes, herrlich sicher seiner unerschöpfbaren Macht, zu trösten, zu stärken, zu segnen! Liebe ist alles das, wahrlich! Aber noch hat es nicht jene Einzigkeit, von der man sagen könnte: Das ist Er und nur Er. Wir müssen tiefer greifen. Der letzte Abend vor seinem Tode ... jene Stunden, da das Kommende dunkel und furchtbar dastand, und zugleich alles Vergangene in seiner Seele hochstieg ... mit seinen Jüngern zusammen, tiefer und inniger als je ... ganz gewärtig des Willens seines Vaters ... seiner Sendung, des Sinnes seines ganzen Daseins bis ins Tiefste bewußt - vor den Bericht über jenen letzten Abend setzt Johannes die Worte (Joh 13,1): "Da aber Jesus vor dem Osterfeste wußte, daß die Stunde gekommen war, aus dieser Welt | ||
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