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nicht verdrießen, wenn ich wiederhole, was ich schon in vergangenen Jahren zu dieser gleichen Stunde gesagt habe; es sind doch wohl Gedanken, die man wieder denken kann, wenn sie einem von solcher Stunde zugetragen werden. Wenn wir uns um eine Erkenntnis bemühen, und uns endlich die Wahrheit aufgeht, dann sagen wir: »Es wird mir hell.« Wenn wir mit einem Menschen sprechen, der zuerst nicht versteht, dann aber der Sinn sich ihm öffnet, so leuchtet es in seinem Gesicht auf. Das ist das Licht der Wahrheit, die keiner Absicht dient, nicht einmal dem Leben, sondern in ihrer eigenen Hoheit strahlt ... Es gibt auch das Licht der Schönheit, die über blühendem Land schimmert, oder über dem Werk eines Künstlers, oder über einer Menschengestalt, und uns fühlen läßt, daß es als reine Gabe kommt, ohne daß irgendein Recht es erzwingen könnte. Es gibt das Licht der edlen Tat, die nicht nach Zwecken fragt, sondern nur nach dem, was recht ist ... Es gibt das Licht, das zwischen Menschen aufleuchtet, daß ihre Herzen sich einander zuneigen und in Treue verbinden ... Kostbare Lichter, sie alle, und schimmern alle in diese Stunde herein. Sie sind aber noch nicht das Eigentliche. Wenn das zum Menschen kommt, dann erkennt auch der Gescheiteste, daß er bis dahin unwissend war, und der Mächtige wird demütig. Es öffnet das Herz und gibt ihm Zuversicht über alles irdische Maß hinaus. Von ihm reden die Flammen, die überall zwischen euch brennen. Es kommt von Gott, der ja der »Vater der Lichter« genannt wird; der es aber bringt, ist Jesus Christus. Es geschieht einem wohl einmal, daß man sich um einen Menschen sorgt. Man merkt, daß er innerlich verkehrt und verfahren ist; möchte es ihm zeigen, bemüht sich, spricht, bringt aber das Herz nicht zur Lösung. Man fragt sich warum und ahnt die Antwort: Weil ich nicht gut bin. Christus hat uns das heilige Licht bringen können, weil Er der Liebe Gottes voll war. Er, den niemand zwingen konnte, ist in die Dunkelheit hineingegangen. Er hat das Leiden und die Schmach erfahren; ohne vor irgend etwas auszuweichen, ohne Linderung, bis zum Tod. Darum hat Er das Licht Gottes bringen | ||
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