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können. Napoleon wurde einmal gefragt, ob er nicht zur Vollendung seiner Macht eine seinen Absichten entsprechende Religion stiften wolle; da gab er eine erschütternde Antwort: »Dazu müßte man sich kreuzigen lassen und auferstehen. Das aber kann ich nicht.« Der dieses Licht anzünden wollte, mußte zuvor das Furchtbarste durchmachen und überwinden; mußte sterben und auferstehen. Dessen gedenken wir heute. Nun hat Er Macht, und ist Herr in einem unsäglichen Sinne. So wollen wir Ihn bitten, daß Er jenes Licht, welches aus keiner menschlichen Kraft, sondern aus der heiligen Tiefe Gottes kommt, in unseren Herzen aufleuchten lasse. III. Die Taufe *32 Es ist Nacht; aber keine böse, weglose, sondern gute, von Gottes Nähe erfüllte, und Sein Wort führt uns. Wir folgen ihm, und es leitet uns zu den Ursprüngen unseres Daseins. Wir haben die Prophetien vernommen, welche den Weg des Heils durch die Geschichte zeigen. Die erste von ihnen spricht vom Anfang der Welt, da Gott alle Dinge geschaffen; die zweite vom Anfang der heiligen Geschichte, da Gott Abraham angerufen und den Bund mit ihm geschlossen hat und so fort. Ein Ereignis folgt dem anderen, und wir sehen den großen Zusammenhang bis zu jener Nacht, von der das »Exsultet« gesungen hat; der »wahrhaft seligen«, in welcher der Herr von Tod und Grabesdunkel zur Herrlichkeit Seines ewigen Lebens auferstand. Von ihr hören wir nicht nur, sondern erleben sie mit. Dieser Stunde ist sie nahe; denn was Er getan, und was Ihm widerfahren, ist göttlicher Tat, bestimmt, in heiliger Feier immer neu in das christliche Dasein einzutreten. Die gleiche Feier führt uns zu jenem Anfang, in welchem - und nun darf es nicht mehr »wir« heißen, sondern »ich«; jeder soll mit Ernst und Freude sagen: zu jenem Anfang, in welchem ich zu neuem Leben aus Gottes schöpferischer Gnade hervorgegangen bin, in der Taufe. Als sie an mir vollzogen wurde, ist | ||
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