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Und das Wort ist Fleisch geworden ... und hat unter uns gewohnt.” Jede Mittagsstunde ist ein Widerhall vom Mittag des Menschheitstages, der „Fülle der Zeit“. Und ein Mensch war, in dem stand diese Fülle, und wartete: Maria. Sie eilte nicht; sie schaute nicht voraus, noch zurück. Die Fülle der Zeit stand in ihr, lautere Gegenwart, offen der Ewigkeit, und wartete. Und die Ewigkeit neigte sich, die Botschaft kam, und das ewige Wort ward Fleisch in ihrem reinen Schoß. Die Glocke spricht dieses Geheimnis in unseren Tag. Immer wieder lebt in der Mittagsstunde des christlichen Tages das Geheimnis des Menschheitsmittags auf. Durch alle Zeiten klingt die Fülle der Zeit. Unser ganzes Leben sollte der Ewigkeit Nachbar sein. Immer sollte in uns die Stille sein, die nach der Ewigkeit hin offensteht und horcht. Aber das Leben ist laut und überschreit sie. So sollten wir wenigstens in der geweihten Mittagsstunde zum „Engel des Herrn“ innehalten; wegtun, was sich herandrängt, stillstehen und auf das Geheimnis horchen, darin „das ewige Wort, als alles in tiefem Schweigen lag, vom königlichen Stuhle herabstieg“; einmal in äußerem geschichtlichen Geschehen, aber immer aufs neue in jeder Seele. | ||
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