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sieht, denen es zugehört. Doch alles das wird erst möglich, wenn der lebendige Mensch sich selbst im Bereich der sachlichen Natur zur Geltung bringt. Wenn er sie auf sich bezieht, und so erst wieder "Welt" schafft. Wir haben aus einem ungeheueren Rohmaterial von Kräften und Stoffen aller Art wieder "Welt" zu schaffen. Einst stand der Mensch vor der ersten Aufgabe, sich der Natur gegenüber zu behaupten, die ihn von allen Seiten her gefährdete, weil sie noch nicht vom Menschen her bewältigt, und darum für ihn Chaos war. So begann die Erfüllung des Gebotes: "Bebauet die Erde und machet sie euch untertan." Das Chaos - "Chaos" vom Menschen her gesehen - wurde zur Menschenwelt geformt. Im Maße dies geschah, im Maße der Mensch die Welt in Besitz nahm, und so vor ihr und in ihr sicher wurde, entband er durch eben dies sein Schaffen neue, durch die eigene Haltung und die geschaffene Weltform noch nicht gebändigte Kräfte. Die wuchsen heran, und nun haben sie sich zu einem neuen Chaos entfesselt. Wir stehen in der Spiral-Linie der Geschichte wieder über dem Punkt, wo für den anfänglichen Menschen die erste Aufgabe begann, Welt" zu schaffen. Wir sind wieder bedroht von allen Seiten, freilich durch ein Chaos, das unserem eigenen Schaffen entsprungen ist. Das Erste ist: ja sagen zu unserer Zeit. Nicht durch "Rückkehr", nicht durch Umkehr oder Ausstand, auch nicht durch bloße Änderung oder Verbesserung wird jene Frage gelöst. Nur aus ganz tiefem Ansatz her kann die Lösung kommen. Es muß möglich sein, den Weg der Bewußtwerdung zu gehen, bis das Maß innerlich erfüllt, nicht aber durch äußere Einschränkung gesetzt wird. Doch zugleich eine neue Geborgenheit des Inneren zu gewinnen, unabhängig von dem, was in jener Bewußtwerdung verbrennt; eine Haltung der Ehrfurcht, die jenes Wissen trägt; eine neue Naivität in der Bewußtheit; ein Glauben-können in der Skepsis. | ||
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