Romano Guardini Online Konkordanz
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# || ZUM BEGINN DER VORLESUNGEN


Das heute beginnende Kolleg trägt den Titel: "Sittliches Leben; Grundphänomene der Ethik". Er deutet an, daß es uns nicht so sehr um Begriffe und Definitionen, als darum gehen wird, die Gestalten zu sehen, in denen das sittliche Leben sich vollzieht, um sie dann in der täglichen Wirklichkeit wieder erkennen zu können.
Die Fragen, die wir stellen wollen, lauten etwa so: Was geschieht, wenn ein Mensch sich ethisch verhält? Welche Erfahrungen liegen diesem Verhalten zu Grunde? Welche Normen und Werte sind darin wirksam? In welchen Formen vollzieht es sich? Wie steht es im Ganzen des Lebens?
So weit handelt es sich um das unmittelbare, aus natürlicher Einsicht erwachsende sittliche Verhalten; in unserem Dasein kommen aber auch Offenbarung und Glaube vor und erheben den Anspruch, das Leben zu bestimmen. Nun gibt es wohl eine Ethik, die rein philosophisch verfahren, jedes Glaubenselement ausscheiden und sich nur
# [Die Edition folgt bis einschl. Typoskriptseite 15 dem Parallelexemplar (Nebentext, T2)|| ... || aus dem Nachlaß Guardinis. Ab S. 16 folgt sie dem Haupttext.
Im Verlegerexemplar (T1), welches der Edition als Haupttext zugrunde liegt, sind nämlich die entsprechenden Blätter der bisherigen Fassung herausgenommen und durch eine nochmals in Angriff genommene Überarbeitung ersetzt worden. Dieser neu eingefügte Text liegt hier jedoch nur in fragmentarischer Form vor, während sich das zugehörige fehlende Teilstück am Anfang des Exemplars aus dem Nachlaß Guardinis (T2) als Vorsatz eingelegt fand, ohne daß dort jedoch die bisherige Fassung entfernt worden wäre. Wegen der in diesem Anfangsteil verworrenen Textlage - sowie im Blick auf die Wahrung des einheitlichen Zusammenhangs des Gesamttextes - entschied sich der Herausgeber, für diese Passage auf die in T2 noch erhaltene frühere Textgestalt zurückzugreifen, dafür aber den Text der begonnenen Neubearbeitung als T3 im Anhangsteil gesondert abzudrucken.]


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