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ohne Bewußtsein eines ewigen Lebens, von den elementarsten Leidenschaften durchwirkt ... Dazu genügt der Gedanke der Vorbildlichkeit nicht; ebensowenig die einfache Adaptation. Man muß ehrlich sein ... und muß die Tiefen des Lebens, auch die bösen, sehen ... Sehr schwer ... München, 19.8.60 Das Magnum-Heft »Tabu«. Erregender Gedanke: die zweite Aufklärung ... Alles soll durch die Durchleuchtung des Wissens gehen. Ja, durch die des Sehens (Photographie), der Veröffentlichung. Was dabei zerstört wird, soll zerstört werden. Furchtbares Risiko. Erstens: dabei wird vorausgesetzt, der Mensch, wie er ist, sei der Mensch, und er werde die Prozedur ohne wesentlichen Schaden ertragen. Zweitens: der die Prozedur durchführt, habe die Qualitäten, die nötig sind, damit er nicht Lebenswichtiges zerstöre ... Und die Ehrfurcht, die Scham – was wird aus denen? München, 21.8.60 Empfindungen bei der Begegnung mit dem Griechischen: Zuerst das Entzücken über die Schönheit – dann die Trauer über den Untergang. Endlich das Gefühl, sich gegen den Übermut der »Humanisten« von Goethe bis Nietzsche wehren zu müssen. München, 26.8.60 Der moderne Mensch will seine Person los sein, weil sie ihn mit der Verantwortung belastet – so wird er Kommunist. | ||
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