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Ansprache am Pfingstsonntag *37 Wir haben soeben im Evangelium das Testament Jesu vernommen, die Worte, die der Herr an die Seinen gerichtet hat, als Er zum letztenmal mit ihnen zusammen war im Abendmahlssaal. Da sagt Er zu ihnen viele geheimnisvolle Dinge, die so recht in den Herzensraum des christlichen Daseins hineinführen, in das, was zwischen Gott und dem Menschen ist. Und dann gipfeln die Worte in der Verheißung: Er wird ihnen senden den Heiligen Geist. Das Wort Heiliger Geist war den Jüngern nicht fremd. Im Alten Testament taucht immer wieder dieses Wort auf, wenn etwas Göttlich-Schöpferisches geschieht. Und so kommt auch jetzt der Heilige Geist. Alles, was bis jetzt geschehen ist, drängt auf ein Letztes zu, es soll sich bald erfüllen, erschließen, sich offenbaren, sich zu eigen geben, und das soll geschehen im Heiligen Geist. Der Heilige Geist ist der, der göttliches Verstehen gibt. Was heißt das: »verstehen«? Was heißt das: einen Menschen verstehen? Das heißt zunächst äußerlich von ihm wissen, er tut das und das, in seinem Leben ist dies und jenes geschehen; dann aber muß es auch nach innen dringen, man muß wissen, wie er geartet ist, aus welchem Antrieb er handelt, welches sein Sinn ist, muß wissen um das Geheimnisvolle, was die Mitte dieses Lebens ist, warum er so ist, wie er ist, und letztlich, warum er überhaupt da ist. So bedeutet Verstehen ein Einvernehmen mit Gott um ihn. Wirkliches Verstehen müßte sein: zu wissen, was Gott mit diesem Menschen vorgehabt hat. Das ist auch die Wahrheit, um die es im Evangelium geht: Ihn verstehen, was Er getan, was Ihm geschehen ist. Jesus Christus verstehen ist die Gabe des Heiligen Geistes. »Er wird von dem Meinigen nehmen« und Mich selbst euch geben. Den Herrn verstehen heißt: wissen, was mit Ihm gewesen | ||
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