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Die religiöse Sprache Vorbemerkung In einem einzelnen Vortrag einfachhin über "die religiöse Sprache" zu reden, ist nicht möglich, weil der Gegenstand die verfügbare Zeit um ein Vielfaches überschreiten würde; so muß ich ihn einschränken. Zunächst soll ausgemacht sein, daß der Begriff des Religiösen hier in dem allgemeinen Sinn verstanden wird, den die Religionswissenschaft meint. Von der biblischen Offenbarung als solcher und ihrer Sprache werden wir mithin nicht zu handeln haben. Aus dem immer noch sehr umfassenden Phänomen, das der so verstandene Begriff der religiösen Sprache bezeichnet, soll aber noch ein besonderes herausgelöst werden, nämlich das der religiösen Aussage. Es wird also zum Beispiel nicht von der Weise die Rede sein, wie der öffentliche Kult oder das persönliche Gebet sprechen, sondern es wird gefragt werden, wie die Aussage gebaut sei, die dem Hörenden religiöse Inhalte mitteilt - so mitteilt, daß er sie verstehen kann. Der Gegenstand scheint auf diese Weise in sehr enge Grenzen eingeschränkt zu sein. Dafür handelt es sich aber um ein Kernproblem des religiösen Lebens - sowohl hinsichtlich seiner selbst wie seines Verhältnisses zum Ganzen des Daseins. Was die Aufgabe des Vortrags weiter erschwert, ist Folgendes. Wenn ich vor Ihnen, meine Damen und Herren, über diese Dinge spreche, dann weiß ich nicht, wie weit das Gesagte eine Vertrautheit mit dem Religiösen antrifft. Nun muß, wer in verständlicher Weise über Musik reden will, beim Hörenden musikalische Erfahrungen voraussetzen. Das bedeutet keinen Subjektivismus, sondern die erkenntnistheoretische Grundtatsache, daß erkannt und also auch mitgeteilt nur werden kann, was vom Redenden wie vom Hörenden gesehen, gehört, gefaßt - | ||
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