Romano Guardini Online Konkordanz
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Gemeinsame Andachtfür Tage, an denen die heilige Messe nicht gefeiert werden kann, oder für solche, die verhindert sind, an ihr teilzunehmen
[1945]

Vorbemerkung
Der nach dem Krieg zu erwartende Mangel an Priestern wird sicher die Folge haben, daß an Sonntagen die heilige Messe nicht überall gefeiert werden kann. Damit erhebt sich die Frage, wie in einer solchen Gemeinde der Gottesdienst gehalten werden solle. Die gleiche Frage erhebt sich aber auch überall da, wo ein einzelner oder eine kleine Gruppe von Gläubigen durch gute Gründe verhindert sind, die Kirche zu besuchen. Der nachfolgende Versuch will etwas zur Lösung dieser Frage beitragen.
Für die Gestaltung einer solchen Feier oder Andacht scheinen zwei verschiedene Gesichtspunkte in Betracht zu kommen.
Man kann davon ausgehen, daß sie im Zusammenhang des Auftrags stehen muß, den der Herr gegeben hat, als er beim letzten Abendmahl sprach: „Tuet dieses zu meinem Gedächtnis“ (Lk 22,19). Dann wird sie sich nach Gedankengang und Wortlaut so eng als möglich an die heilige Messe anschließen. Und zwar wird ihr Verhältnis zur wirklichen Messe so gedacht werden, wie jenes, das zwischen der geistigen und der wirklichen Kommunion besteht. Es ist eine seit langem angenommene Überzeugung und Übung des geistlichen Lebens, daß der Gläubige, der die Eucharistie in ihrer sakramentalen Gestalt nicht empfangen kann, an ihrer Gnade Anteil gewinnt, wenn er glaubend und liebend nach ihr verlangt. Dieses Prinzip

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