Romano Guardini Online Konkordanz
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Weißt Du, was hübsch ist? Goethes Briefe, Tagebücher, Gespräche und Gedichte immer periodenweise zusammen zu lesen. Ein Strom?
Gedanken genug; Pläne genug ? Du fehlst mir, zum Austauschen - und zu manchen guten Dingen sonst noch! Denk beizeiten an den Januar, hörst Du?*918 Und, wenn's irgend geht, nicht nur für fünf Tage!
Leb wohl, lieber Joseph. Bleib gesund. Sei überzeugt, daß Du es schön hast, in Deiner Stille. Hier spektakelt einem der Trubel alles tot! (Aber das gilt nur unter der Voraussetzung, daß Du auf jeden Fall kommst!)
Dein Romano
Waldemar Kurz*919 ist hier. - Er hat gefragt, ob Du für Weihnachten (oder nachher) Gäste habest: Ich sage es Dir, damit Du Dir überlegst, wie es Dir recht ist.

134.
Brief vom 22.12.1929, Berlin-Charlottenburg.
Berl.-Charlottenburg 22.12.29
Mein lieber Joseph
Aus ganzem Herzen wünsche ich Dir die Freude und den Frieden der Weihnacht in Dein liebes Haus. Der Abend soll Dir ganz schön und still kommen, und alle Erinnerung nur tief, nicht traurig. Laß Dir das Herz nicht schwer werden, liebster Freund, wenn Dein Leben so scheinbar eng umschlossen ist. Es ist schön und reich vor allen, die ich näher kenne. Und ich wünsche Dir, daß es immer klarer und freundlicher werde.
Unterdes sind auch wohl allerlei Paketlein gekommen. Eins (2!) mit Eßbarem. Eins mit Manschettenknöpfen, die ich Dir aus zwei griechischen Münzen habe machen lassen, in Syrakus gekauft.*920 Sie sind ein
918 Es hatte sich der Rhythmus herausgebildet: Weiger kam im Januar nach Berlin, Guardini im Herbst nach Mooshausen und wenn möglich auch im Frühjahr.
919 Nicht ermittelt.
920 Auf der Sizilienreise im März 1928.

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