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III. Der erste Versuch ging vom Gedanken aus, daß die Gläubigen, wenn das Staffelgebet beginnt, noch sehr wenig auf die heilige Handlung vorbereitet sind. Sie befinden sich mehr oder weniger im gleichen Zustand wie vor der Kirchtüre oder auf dem Wege von Hause. Sie sind zerstreut, ja haben oft überhaupt noch keine wirklich religiöse Haltung. Vor allem fehlt das, was „Gemeinde“ heißt. Diese besteht nicht aus einer bloßen Anzahl religiös gestimmter einzelner, sondern aus einem lebendigen, das heilige Tun tragenden Ganzen. Darin wird das größere, durch die ganze Welt sich erstreckende Ganze der gläubigen Menschheit, die Kirche, gegenwärtig. Diese Gemeinde kommt aber nicht von selbst zustande; so hat die religiöse Erziehung zu sorgen, daß es geschehe. Vor allem, indem der Priester zu Beginn der heiligen Messe eine kurze Unterweisung gibt, die ganz auf den Zweck angelegt ist. Diese kann von den verschiedensten Gesichtspunkten ausgehen; vom Problem der Sammlung oder von den liturgischen Symbolen oder von der Messe selbst, ihrem Gesamtsinn wie ihren einzelnen Teilen. Als Beispiel diene die folgende Ansprache. *1 Liebe, zur heiligen Feier versammelte Christen! Wenn die heilige Messe richtig gefeiert wird, verstummt in ihrem Fortgang zuweilen das laute Sprechen des Priesters sowohl wie auch das der Gläubigen. Der Priester spricht leise oder verrichtet ohne *1 Ich entnehme sie mit einigen Ausnahmen meiner Schrift: „Besinnung vor der Feier der heiligen Messe“, Mainz 1939, von der bis jetzt die beiden Bändchen „Die Haltung“ und „Die Messe als Ganzes“ erschienen sind. Die ganze Schrift ist aus wirklich gehaltenen Ansprachen dieser Art entstanden. Der Verfasser dieses Aufsatzes hat den Herausgeber gebeten, an dieser Stelle den nachfolgenden, auf das vorgenannte Buch bezüglichen Brief zu veröffentlichen: „Sehr geehrter Herr Doktor! Wie Sie wissen, habe ich vor einiger Zeit eine Schrift unter dem Titel „Besinnung vor der Feier der heiligen Messe“ herausgegeben. Das siebente Kapitel ihres zweiten Teils handelt von der Gestalt der Meßfeier. An dieses Kapitel hat sich eine Erörterung geknüpft, die zeigt, daß | ||
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