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Die Situation des Menschen Vorbemerkung Dieser Vortrag soll zeigen, in welche Situation die immer weiter greifende Technisierung des Daseins den Menschen bringt. Ich brauche nicht besonders zu betonen, wie verwoben und ausgebreitet der Gegenstand ist. Ein einzelner Vortrag kann daher nichts anderes tun, als aus dem Geflecht einige Fäden herauszulösen. Dadurch wird alles vereinfacht - von der noch größeren Gefahr ganz abgesehen, man könnte sich bei der Auswahl durch subjektive Neigungen beeinflussen lassen. Ich bitte sie also, diese Fehlerquellen von vornherein in Rechnung zu stellen. Noch etwas Anderes soll vorausgeschickt sein. In diesem Vortrag handelt es sich darum, einen gegenwärtigen Zustand von früheren abzuheben; genauer gesagt, einen noch unbestimmten, in heftiger Bewegung befindlichen von solchen, die sich in langer Entwicklung ausgebildet und in bestimmten Weisen des Fühlens und Urteilens verdichtet haben. So ist es unvermeidlich, daß beim Vergleich die negativen Momente des Neuen besonders stark hervortreten. Die Verluste kommen deutlicher zum Bewußtsein als die Gewinne; die Gefährdungen von Bestehendem werden schärfer empfunden als die Chancen für Künftiges. Darin unterscheidet sich die theoretisch-kritische Darstellung von der aktiv-programmatischen. Ich möchte aber betonen, daß die Absicht dieses Vortrags nicht nach rückwärts gewendet ist. Es gibt eine Romantik des Vergangenen - freilich auch eine solche des Kommenden. Wir wollen weder der einen noch der anderen verfallen, sondern realistisch bleiben und fragen, worin die Situation des Menschen sich verändert hat. Was aus der neuen Situation gemacht werden, was an Leben und Leistung aus ihr hervorgehen kann, ist dann eine andere Frage; auf sie werden nur einzelne Hinweise möglich sein. | ||
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