Romano Guardini Online Konkordanz
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damals hier Dir doch auch gut getan haben. Und damit alles gesagt ist: Ich würde bitten, in finanzieller Beziehung für die Fahrt sorgen zu dürfen.
Und nun von Herzen alles Gute, und hoffentlich auf gutes Wiedersehen.
Romano

123.
Brief vom 27.02.1929, Berlin-Charlottenburg.
Charlottenburg 27.2.28*877
Liebster Freund
nein, gewiß nicht, in keiner Weise! Mir hats nur leid getan, Dich nicht eine Weile hier haben zu können, damit Du Schönes genießen und fühlen solltest, wie gewisse Leute von Dir denken, und damit ebendiese gewissen Leute sich bei Dir holen könnten, was doch eben nur Du hast. - Also ein andermal dann. Das jedenfalls nehme ich für sicher, daß Du einmal kommen wirst. Und dann wirst Du auch, glaube ich, sehen, daß vieles besser geworden ist, und daß überall Deine gute Hand wohltätig gewesen ist, und ist.
Zu erzählen hätte ich so viel! Und so vieles drinnen arbeitet, leise, wie es so bei mir geht, und wartet auf das lösende Gespräch. Das aber fehlt. Ich lebe im Grunde ganz einsiedlerisch. Jedenfalls fehlt der Austausch, den ich eigentlich brauche. Ich merke, wie in den Stellungnahmen zu den verschiedensten Dingen, ohne jedes besondere Einheitlichkeitsbemühen vollzogen, doch eine große Einheitliche Position wirksam ist. Die gälte es heraufzuholen! Aber wie?
Heute ist der erste Ferientag. Ich bin richtig müde. Aber dankbar für so viel Schönes, das gewesen ist. Das Kolleg über Pascal hat mir viel Freude gemacht.*878 Ich glaube, es war mein bestes. Auch das neutestamentliche. Ich habe darin die »Kategorie des Christlichen« erörtert (das Problem
877 Das Datum ist vom Inhalt her eindeutig auf 1929 zu beziehen; vgl. die weiter unten genannten Themen des vergangenen Semesters: Sie entsprechen der Vorlesungsankündigung vom WS 1928-29 (M 274).
878 Vgl. Br. 112. Die Themen lauteten: »Pascal und die religiöse Wirklichkeit«, Montag 19-20 Uhr; »Christliche Werte im Neuen Testament«, Dienstag 18-19 Uhr (M 274).

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