![]() | Treffernummer: |
< | Seite 299 | > |
[Handschriftlicher Zusatz von Fanny Kempner:] Fröhliche Ostern! lieber Herr Weiger! Wir denken soviel an Sie; auf Schritt und Tritt beinahe geschieht etwas in uns und ausserhalb, das Sie ruft. Gott schütze Sie! Ihre Fanny Kempner 129. Brief vom 06.06.1929, Berlin-Charlottenburg. Charlottenburg 6.6.29 Lieber Joseph Hab Dank für Deinen lieben Brief. Der sagt zwar, Du könnest nicht herkommen; aber ich möchte die Angelegenheit nicht als res acta ansehen, Dir vielmehr mit aller Eindringlichkeit nahelegen, doch zu kommen. Und zwar gerade Deines Gesundheitszustandes wegen. Mir scheint, Du müßtest einmal von einem sehr guten Arzt, der viel Erfahrung hat, ganz gründlich untersucht werden. Rheumatismus, Nerven, Herz, Stoffwechselsachen ? alles das hängt ja zusammen. Du müßtest zu wissen bekommen, wie alles steht, wo die schwachen Punkte sind, und wo Du mit besonderer und allgemeiner Therapie anzusetzen hast. Frau Kempner nun, mit der ich über all das gesprochen habe, hatte bereits selbst die Absicht, Dich durch Sanitätsrat Aschoff*893 untersuchen zu lassen. Es ist derselbe, der auch mir auf die Beine geholfen hat. Dann könntest Du gleich hier in Berlin, wo es ja die nötigen Anstalten gibt, sofort eine kleine Kur machen, und wärest damit in via für später. Also bitte, lieber Joseph, komm. Und warte damit nicht so lang. Wenn in Mooshausen Sonne ist, wird [sie] auch hier sein. Und dann scheints ja vorläufig mit der Sonne überhaupt nicht viel zu werden. Und ich hätte viel mit Dir zu besprechen. Auch Pläne, die Dich mit angehen. 893 Nicht ermittelt. Möglicherweise ein Bruder von Ludwig Aschoff (1866, Berlin, bis 1942, Freiburg), Pathologe und Professor für Medizin in Marburg (1903-1906) und Freiburg (1906-1936). | ||
< | Seite 299 | > |