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einer Formel oder einem sogenannten Gesetz gefaßt werden kann. Das ist eine bloße Fiktion, und man kann verstehen, daß für die Gesellschaftswissenschaften die große Versuchung besteht, sich mit dieser Fiktion eines ganz naturmäßigen, ganz kausal bestimmten Menschen die Arbeit zu erleichtern. Allein der Mensch, der die sozialen Beziehungen trägt, ist zugleich derselbe, der mitten in den ideellen Ordnungen steht. Und daher ragen diese Ordnungen, die höchsten Werte und die höchsten Normen, fortwährend und überall in sein ganzes Verhalten, auch das sozial-wirtschaftliche hinein. Nicht bloß das, sie begründen es, so wie sein ganzes geistiges Leben. Und will die Gesellschaftswissenschaft den Menschen nicht als ein abstraktes System von sozialpsychologischen Antrieben und Verhaltungsweisen fassen, sondern als lebendigen, ganzen Menschen, dann muß sie auch zuletzt auf jene höchste geistig-sittliche Ordnung als die letzte Grundlage des sozialen Verhaltens stoßen. | ||
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