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Menschen zum Verständnis dessen führen, was heute ist, wie er darin steht und welche Aufgaben er darin hat. „Realismus“ bedeutet natürlich etwas anderes als „Positivismus“. Die Bildung müßte den Blick für die ganze Wirklichkeit öffnen. Zu der gehört aber der Geist ebenso wie die Materie; die Welt der Werte ebenso wie die der natürlichen Energien; das Problem des rechten Daseins ebenso wie das des unmittelbar gegebenen; die Geschichte ebenso wie die Natur; die Transzendenz ebenso wie die Empirie. Darüber kann jetzt nicht weiter gesprochen werden. * Aus solchem Verständnis der Zusammenhänge heraus könnte dann die neue Form des Freiheitserlebnisses ihrer selbst bewußt werden: als der Bereitschaft, in einer Zeit, welche die Möglichkeiten individueller Selbstgestaltung immer weiter verringert, das Selbstgefühl ins Ganze auszubreiten, den Sinn davon zu verstehen und den Akt immer reiner zu gestalten. Zugleich freilich auch die Möglichkeiten zu entdecken, in denen der Gegenpol zu diesem Verhalten, nämlich das Bei-sich-Sein, die Geborgenheit im Eigenen vollziehbar ist, und sie dem Öffentlichen gegenüber zu behaupten. Schon dadurch würde dieses Leben-im-Ganzen sich von der totalitären Lebensform unterscheiden ... | ||
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