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So habe ich im Grunde auch immer ohne Absichten gearbeitet. Natürlich waren immer auch solche wirksam: etwa sollten in einer Vorlesung die gestellten Probleme richtig behandelt werden, und die Hörenden verstehen, worauf es ankam. Ich glaube aber, sagen zu können, daß ich nie etwas »Praktisches« erreichen wollte. Mir hat immer sehr eingeleuchtet, was die alte chinesische Weisheit lehrt: das Hinderlichste im Geistigen seien Absichten; je reiner die Absichtslosigkeit, desto stärker die Wirkung. Ich war immer überzeugt, wesentlich sei nur, die Sache so zu machen, wie sie selbst gemacht sein wolle. Dann werde sie weiterwirken, durch die Wahrheit der Gedanken, durch die Richtigkeit der Form – auch eine Sache des »unsichtbaren Fahrplans«, der alles an seine Stelle bringt. Ob das Gesagte die Frage beantwortet hat, die am Anfang gestellt wurde, weiß ich nicht. Was mich selbst angeht, so denke ich jedenfalls, es werde wohl richtig sein, wie es gegangen ist. Des Fragbaren ist sicher genug übrig geblieben, so daß keine Gefahr besteht, mit sich selber sehr zufrieden zu werden. | ||
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