![]() | Treffernummer: |
< | Seite 159 | > |
Was für ein Leben führe ich ... Immer nur reden und schreiben ... Und dahinter das, was der Preis dafür ist ... Einmal wird aber wohl alles klar werden und das Leben beginnen dürfen. Montag, 1. Juni 1953 Es ist noch nicht lange her, seit mir aufgegangen ist, daß Gott einen Namen hat, und daß dieser Name lautet: »Der da ist.« Das Sein, esse, Wesen und Wirklichkeit ist kein Allgemeinbegriff, sobald man es in seinem vollen Sinn nimmt. Es ist ein Name, Seiner. Wenn jemand – töricht – fragte: was gibt es? was ist? einfachhin? – würde die Antwort lauten: Gott. Welche Konsequenzen – und welcher Inbegriff aller Bitten: »Steh auf, o Herr, in mir!« Heute war es ein böser Tag. Nachdem ich das Vorstehende geschrieben hatte, wurde die Depression, die bereits begonnen, rasch immer schlimmer. Wie eine innere, und auch körperliche Auflösung. Arbeit war unmöglich. Alles war sinnlos. Nach der Ruhe nach Tisch ging es weiter. Was hätte ich gegeben, um nicht zur Universität zu müssen! Die Vorlesung war eine Gewaltsache; wie sie geworden ist, weiß ich nicht. Nachher war es besser. Abends ging ich in einen italienischen Film: »Quattro passi melle nuvole.« Als ich nach Hause ging, kam ein Mädchen vorüber und sang mit schöner Altstimme. Solche Tage habe ich nicht sehr selten. Böse Tage. Mittwoch, 3. Juni 53 Morgen ist das Fest Corporis Dei. Seit ich mich erinnern kann, macht mir der Kult der Eucharistie – nicht die Messe – Schwierigkeiten. Ich verstehe die Heraushebung nicht, die Fixierung. | ||
< | Seite 159 | > |