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doch, eine solche zu erzwingen, dann stößt man auf die Vorstellung von jener »Natur«, in die sich der christliche Vorsehungsglaube verflüchtigt hat. Sie gewährleiste die Ordnung - falls sich nicht die Antivalenz dieser Zuversicht rührt: nämlich der Zynismus, schließlich müsse ja doch einmal alles zugrunde gehen. Mag es aber mit diesem kulturphilosophischen Problem stehen, wie immer, jedenfalls wäre es Zeit, daß die Technik - das Wort für alles genommen, was der Mensch »macht« - aus der Jünglingsphase herauswüchse, in der sie noch weithin steckt. Damit ist nicht gemeint, ihre Methoden seien unreif; sie sind sicher von bewunderungswürdiger Exaktheit. Gemeint ist vielmehr, sie müsse endlich in jene Mündigkeit treten, die nicht nur den Gegenstand sieht, um den es sich gerade handelt, sondern auch die Zusammenhänge des Lebens, in denen er steht. Es wäre an der Zeit, daß Theorie wie Praxis der Pädagogik die Aufgabe angriffen, an der sie bisher vorübergegangen sind, nämlich die Erziehung zum richtigen Umgang mit der Macht; zur Verantwortung des Menschen für das, was er vermag - schon des jungen, vor allem aber des erwachsenen. Wenn ein etwas pathetisches Wort erlaubt ist: Zeit, daß eine Regierungskunst der Existenz ausgebildet würde, die wüßte, daß trotz aller Automationen das Eigentliche, nämlich die Ordnung des Daseins, vom Menschen selbst vollzogen werden muß. | ||
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