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ist, die Mitte und Weite des Lebens zugleich. Etwas von dieser Art – nur ins Heiligste übersetzt – ist das Blicken des Glaubens. Ich kann an das Sakrament nur glauben, wenn ich in der Atmosphäre der Kirche stehe; in der Ordnung heiligen Daseins, die sie bildet. Wenn ich mit Christus in ein Verhältnis des Vertrauens gekommen bin, worin sein Wort mir mehr ist als jedes andere Wort, weil es Offenbarung ist. Sein Leben geht auf jene geheimnisvolle Stunde zu, in der alles gipfelt, weil Er unmittelbar darauf den Tod der Erlösung sterben wird. Wie Er da die Eucharistie stiftet, tut Er das nicht als eine allgemeine Einrichtung spiritueller Förderung, sondern Er stiftet sie für mich; auf mich hin. Gewiß in der Kirche, als deren Geheimnis; aber die Kirche ist ja doch keine Zahl, sondern das heilige Ganze, zu dem ich gehöre. So muß jeder in ihr, der glauben will, sprechen: „Er tut es für mich; auf mich hin.“ Nun steht die Eucharistie in dem Bezug zwischen Ihm und mir. Darin kann Glaube bestehen. Darin wird die Härte der Zumutung überwunden. Vergessen wir nicht, daß bei der Verkündung von Kapharnaum die Hörer das gleiche gehört haben wie die Apostel beim letzten Abendmahl, aber jene traten nicht in den Bezug; so sprachen sie: „Was ist das für eine unmögliche Rede! Wer kann sie hören?“ (Joh 6,60) Die Apostel aber standen in der Bereitschaft zu Christus; zwischen ihnen und Ihm war der Bezug. Verstanden haben auch sie nicht; aber sie haben das Unverstehbare im Vertrauen gelassen, und später haben sie verstanden, soweit hier überhaupt von Verstehen die Rede sein kann. Man muß mit dem Glauben vorsichtig sein. Er befindet sich heute in keiner guten Umgebung. Man muß ihm helfen, damit er am Leben bleiben und wachsen könne. So muß man sich hüten, den Geist und die Formen, die ihn draußen schon so schwer machen, unter dem Gesichtspunkt seelsorglichen Wirkens in den innersten Bereich hineinzutragen. Denn wenn auch der verstört wird – was bleibt dann noch? | ||
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