Romano Guardini Online Konkordanz
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das aus der Sprache erwachsende Kunstwerk, die Dichtung. So war die Aufmerksamkeit des Verfassers von Anfang an auch auf Dichtwerke gerichtet. Es entstanden umfassendere Arbeiten über Dante, Hölderlin, Dostojewskij, Rilke, Mörike - zwischen ihnen eine Reihe von Einzelstudien, wie sie hier vereinigt sind.
Diese Studien haben nicht die Absicht, in die Literaturwissenschaft als solche einzugreifen. Der Fachgelehrte wird gegen sie den Einwand erheben können, ihnen fehle jene methodologische Eindeutigkeit, wie er sie fordert - ebenso wie den von der Theologie herkommenden Arbeiten jene Bestimmtheit fehlen muß, die der Theologe für seine Untersuchung verlangt. Immer handelt es sich um Ergebnis von Begegnung: um Deutung der "Welt" vom Glauben her; um Fragen, welche die Welt an die Offenbarung richtet. Um eine Bemühung also, die den oben genannten Gefahren ausgesetzt ist, aber geleistet werden muß, weil die Probleme, denen sie zu genügen hat, da sind und immer dringlicher werden. Je weiter seit dem Beginn der Neuzeit der Bereich des Glaubens und der des Weltlebens auseinandertraten; je entschiedener ein autonomes Weltdasein sich herausarbeitete, desto notwendiger wurde die Arbeit an einer christlichen Weltanschauungslehre. Notwendiger freilich auch ein immer wacheres Verantwortungsbewußtsein nach beiden Seiten hin.
So legt der Verfasser die in diesem Buch vereinigten Arbeiten als ein Ergebnis dieses Bemühens vor und bittet den Leser, sie auch als das aufzunehmen, was sie sein wollen.




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