Romano Guardini Online Konkordanz
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euch nicht gefällt, merket an; gibt's eine zweite Auflage, dann wird's getreulich verwertet.
Hoffentlich kommt der Brief an. Wenn Du an P. Placidus schreibst, grüß ihn vielmals. Sag ihm auch, er soll ein Memento machen. Bei den orationes pro diversis*661 stehen etliche, die jetzt passen.
Vor einigen Tagen hab ich mit der Arbeit über die liturgische Gottesanrede angefangen. Wenn sie glückt, gibt's was Gutes. Ihnen, Liebe Freundin, vielen Dank, für die gute gewissenhafte Vorarbeit. Sie kommt mir trefflich zustatten.
Gute Grüße euch und allen - auch Wolfi*662. Wie geht's überall?
Dein Romano.

Willst Du Mutter ein paar Zeilen schreiben? (Am besten eingeschrieben.)

80.
Brief vom 30.09.1919, Mainz.
(auch 01.10.1919)
Lieber Josef
Ich weiß nicht, ob Du meine letzte Karte erhalten hast, in dem ich Dir von Vaters Krankheit schrieb. Sein Zustand ist nun hoffnungslos geworden, und wir erwarten den Tod jeden Tag. Ich muß bekennen, daß wir hoffen, es werde nicht mehr lange dauern, denn Vater hats sehr schwer. Lieber Josef, das ist eine Tragik! Nach bald fünf Jahren heimzukommen, um zu sterben! Und nicht einmal heim, denn er liegt im Krankenhaus, wir konnten ihn nicht mehr zu uns bringen.
Mit dem Geschäft gibts ein Chaos. Nun ist mit Vater die Seele draus fort; der einzige, der alles überblickte. Der letzte Inhaber sitzt in Ungarn (daß der zweite, Vaters Bruder, auch gestorben ist*663, weißt Du ja.)
Denkt ein bischen an uns.

661 »Gebete für verschiedene Anliegen« im Meßbuch.
662 Der Haushund.
663 Vgl. Br. 73.

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