Romano Guardini Online Konkordanz
Treffernummer:

 < Seite 154> 


Diese Pfingsten bin ich nicht in Rothenfels ... Ob sich da alles ablöst oder doch etwas Festeres knüpft? Auch das hängt mit der Frage nach dem »Abschnitt« zusammen.
Gestern abend herzliche Freude an den »Très riches heures du Duc de Berry« – d.h. an den Blättern von Pol de Limburg. Die Eleganz und zugleich Intensität des französischen Mittelalters.

Pfingstmontag 53
Heute morgen im Englischen Garten gewesen. In dem Teil nach Norden zu. Es war wunderschön, in all dem frischen Grün noch jung vor dem Sommer. Die Wiesen voll Blust, ungemäht. Der Pirol hat gerufen.
Welch eine Anwesenheit, solch ein Baum! Er ist allemal eine Welt; geht in die Tiefe hinab, steigt auf, greift in den Raum hinaus. Ist still und lebt.
Habe lange auf einer Bank gesessen und meinen Vortrag für die Gedächtnisfeier für Bernhard v. Clairvaux durchgedacht.
Nachmittags habe ich ihn zu diktieren versucht und bin ganz in Wirrnis gekommen. Ziemlich entmutigt. Über ein Einzelmoment aus der Div. Com. zu sprechen, ist schwer. Man muß immer das Ganze präsent bringen. Ich glaube eine solche Riesenmacht von Einheit gibt es in der Literatur nur dieses eine Mal.

26.5.53
Je älter ich werde, desto größer wird das Geheimnis in allem. Auch im Glauben. Eins besonders: warum hat Gott die Welt erschaffen?
Aber auch etwas anderes geschieht: das Geheimnis wird bewohnbar.
Am vergangenen Freitag über den Gedanken gesprochen, den ich zuerst am 6.1. beim Zusammensein zu Heinrich Kahlefelds 50. Geburtstag dargelegt hatte: die Liturgische Bewegung

 < Seite 154>