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Eine Demütigkeit kommt in ihr Jugendbewußtsein, die keinen Götzen aus sich selbst macht. Die sich nicht anmaßt, die Welt umzuwerfen, sondern in Zuversicht schafft, aber bescheiden bleibt. Sich verantwortlich weiß, und doch wieder unbekümmert ist, da die letzte Entscheidung in Gott liegt und in der Ganzheit des Lebens, nicht in den wenigen Stürmejahren. Eine heilige Kühnheit will empor über sich selbst zur Weite und Klarheit vollen Lebens, geführt durch Jesus Christus. Und ein tiefer Instinkt, den alles nicht aufgereizte Jungleben hat, begrüßt mit Frohlocken die scharfe, ans Letzte gehende Zucht der Kirche, die keinem Trieb, keiner Eitelkeit schmeichelt, deren Wesenswort ist: Wirklichkeit. Ich weiß nicht, ob einer aus anders gesinnten Geisteskreisen diese Schrift liest. Geschieht es, dann bin ich auf scharfe Ablehnung gefaßt. Er wird vielleicht, was hier geschrieben worden, als einen hinterlistigen Versuch aus Philisterland ansehen, die kaum befreite Jugend unter dem Schein der Weisheit wieder unter das alte Joch zu bringen. Es ist aber bloß Wahrheit, sonst nichts! Wahrheit! So viele unter den Jungen merken gar nicht, wie unjung ein gut Teil dessen ist, was sie reden. Wie so vieles in ihrem Denken und Empfinden aus dem Hirn Erwachsener stammt, die junge Herzen für ihre alten Theorien werben. Gewiß ist aber auch mancher, der es spürt. So mancher, der sich unsicher fühlt, unbefriedigt in all dem ungeheuren Wortewesen. Der merkt, wie nach dem ersten Durchbruch nun keine Richtung, kein Ziel mehr da ist, sondern ratlose Wirrnis. Vielleicht finden diese Blätter den Weg zu ihm und helfen ihm, wäre es auch nur dazu, besser zu erkennen, was denn Jugend in Wahrheit sei. | ||
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