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fürs Letzte fähig, wie sie die neuere Wissenschaft beherrscht, die Wahrheit will, und sollte darüber das Leben unmöglich werden; wie sie in der Technik lebt, die das Werk will, und sollte durch solche Umformung der Welt alles Menschendasein in Frage geraten. Erst ein Mensch, dem der christliche Glaube an das ewige Leben die tiefe Sicherheit gegeben hat, daß sein Wesen unzerstörbar ist, hatte die Zuversicht, die zu solchem Unternehmen gehört. Aber freilich, jene Kräfte haben sich aus der Hand der lebendigen Persönlichkeit gelöst - oder sollen wir sagen: Diese hat sie nicht halten können? hat sie fahren lassen? - und so verfielen sie der Dämonie der Zahl, der Maschine, des Herrschaftswillens... Wir haben in wesensgerechter Arbeit das Neue zu durchdringen, um es zu meistern. Wir müssen Herr werden über die entfesselten Kräfte und sie zu einer neuen Ordnung bauen, die auf den Menschen bezogen ist. Das kann aber letztlich nicht von den technischen Problemen selbst her geschehen, sondern nur vom lebendigen Menschen. Wohl handelt es sich um technische, wissenschaftliche, politische Aufgaben; die aber sind nur vom Menschen her zu lösen. Ein neues Menschentum muß erwachen, von tieferer Geistigkeit, neuer Freiheit und Innerlichkeit, neuer Geformtheit und Formungskraft. So geartet, daß es das neue Geschehen bereits in der Faser seines Seins und in der Form seines Griffes trägt. So ungeheuer das Wissen ist, so riesenhaft der wirtschaftliche und politische Apparat, so gewaltig die Technik- an den Maßstäben lebendiger Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Technik gemessen, sind sie doch noch erst Rohmaterial. Was wir brauchen, ist nicht weniger Technik, sondern mehr. Richtiger gesagt: Eine stärkere, besonnenere, "menschlichere" Technik. Mehr Wissenschaft, aber geistigere, geformtere. Mehr wirtschaftliche und politische Energie, aber erwachsener, reifer, verantwortungsbewußter, die das Einzelne in den Zusammenhängen | ||
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