Romano Guardini Online Konkordanz
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Nein, er war einsam auf seinem bitteren Gang. Keiner hat ihm richtig geholfen.
Bedenke das, wenn du dich allein fühlst. Viele Menschen wollen nicht helfen. Viele Menschen fürchten sich vor dem Leid, die laufen hin, wo man lacht. Viele Menschen können auch nicht, sie wissen nicht, wie sie sich anstellen sollen. In wirklich großem Leid ist man meist allein, allein wie der Herr.
Aber einen Genossen hat man, den gleichen, den er hatte, den Vater im Himmel. Was half ihm, daß er aushielt? Daß er eins war mit Gott, und sein heiligster Wille ganz verbunden mit dem seines Vaters. Das hielt ihn aufrecht.
Das sagt dir der Kreuzweg, wenn die Menschen dir nicht helfen wollen. Halte dich an Gott. Fest an ihn. Mit kraftvollem Gebet, mit herzlichem Verlangen. Immer wieder wende dich an Gott, du wirst sehen, er hält dich. Und wenn es dir auch scheint, Gott habe dich verlassen, wenn du seine Nähe auch nicht fühlst - auch dem Heiland ist es am Kreuz so ergangen ( so ist er deshalb doch nah. Halte dich an ihn; so hält er auch dich. Und auch für dich wird es einmal Ostern, wie es Ostern ward für den Herrn.
Amen.




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