Romano Guardini Online Konkordanz
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Die diesen heiligen Dienst führen, sind die Engel. »Und wenn die Tiere bringen Preis und Ehre und Dank dem, der da sitzt auf dem Throne, der da lebt in alle Ewigkeit, so fallen die vierundzwanzig Ältesten nieder vor dem, der da sitzt auf dem Thron und beugen sich vor dem, der in alle Ewigkeit lebt, und legen ihre Kränze nieder vor dem Throne und sprechen: Würdig bist Du, Herr, unser Gott, zu nehmen Preis und Ehre und Gewalt ...« Reine liturgische Form also, aber ganz ins Ewige aufgenommen. Die irdische Liturgie steht in der Zeit - hier wird durch die endlose Wiederholung das Zeitlich-Vorübergehende ins »währende Nun« der Ewigkeit getragen. Ja, es ist nicht nur einfach Wiederholung, denn was da gesagt wird, übersteigt jede Vorstellbarkeit. Es kann nur durch Einfühlung in die Vision geahnt werden. Immerfort rufen die Seraphim - sooft sie aber rufen, werfen die Ältesten sich auf ihr Angesicht und sprechen ihr Lob. Was geschieht, ist ein ewiger, unnennbarer Akt; aber so geartet, daß er nur in liturgischer Form ausgedrückt werden kann. Diese bedeutet keine Allegorie; Johannes weiß, was er will. Er will etwas ganz Genaues sagen: daß der höchste Akt des Geschöpfes vor Gott liturgischer Vollzug ist. Kein bloßes Schauen und Lieben; kein einfaches Stehen in reiner Gegenwart; kein Versinken im Form- und Weiselosen, sondern geordneter Dienst; Rang, Amt, Wort und Handlung, Geist und Leib, Person und Symbol. Diesen Dienst aber führen die Engel.

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