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Opfers, das Jesus Christus vollbracht hat, der Sohn Gottes, der „alles wußte“. Sein Leben ist nur als ein Opfer tiefster Einsamkeit in Christus zu verstehen. Was aus seinem Werk wurde, war nicht das, was hätte werden können. Es bekam jenen Charakter der Eingeschränktheit, den alles Christliche trägt, nachdem die messianische Möglichkeit nicht angenommen worden ist. Aber in ihm lebte das Opfer des heiligen Franziskus weiter. Franziskus scheint anders in seinem Werke zu stehen, als ein Benedikt oder Bernhard oder Dominikus. Das Verhältnis ist rätselhaft und bringt den Betrachter in Gefahr, es tragisch oder protestantisch mißzuverstehen. Wenn wir recht sehen, lebt Franziskus in einer Weise darin weiter, welche nachfolgend mitvollzieht, wie Christus in der christlichen Geschichte weiterlebt. Er ist Urheber, er ist Stifter, er ist lebendiges Urbild – aber in der Form des Opfers; so daß es sich an jeder Stelle auf ihn berufen kann und dennoch an jeder Stelle an ihm ihr Gericht findet. | ||
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