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Herzens. Es wurde ihm gegeben, was er gefordert hatte: das Schauen und Tasten. Aber es war eine Gewährung, über die ihn vielleicht später gegraut hat, wenn er daran zurückdachte ... Und nicht, weil ihm gewährt wurde, was er gefordert, hat er glauben können und ist gerettet worden. Er hat glauben können, weil Gottes Erbarmen ihm das Herz angerührt und ihm die Gnade des inneren Sehens, die Öffnung und Hingabe des Herzens geschenkt hat ... Gott hätte ihn auch in dem Wort lassen können, das er gesprochen: Im Nichtglaubenwollen, das sich sperrt; das überzeugt sein will vom Menschlichen her ... Dann wäre er ungläubig geblieben und fortgegangen ... Ja selbst äußeres Sehen und Tasten hätte ihm dann nicht geholfen. Er hätte es für Täuschung erklärt. Nichts, was von Gott kommt, und wäre es das größte Wunder, beweist ja doch wie 2x2. Es rührt an; und erst, wenn das Herz offen ist, und der Geist selbstlos, wird es wirklich gesehen und erfaßt, und es erwacht der Glaube. Ist das aber nicht, dann sind immer Gründe da, um mit Anschein und Gewicht zu sagen, es handle sich um eine Täuschung ... Oder das sei so, weil jenes andere so ist ... Oder der immer offene Ausweg: Wir können es noch nicht erklären; die Zukunft wird es aufhellen! Thomas hat nur um ein Haarbreit vor der Verhärtung, vor dem Verlorensein gestanden. Selig ist er wirklich nicht gewesen... Selig sind vielmehr, die "nicht sehen und doch glauben!" Jene, die nicht Wunder verlangen, Ungewöhnlichkeiten, sondern die Botschaft Gottes vernehmen aus dem Alltäglichen ... Die nicht zwingende Beweise fordern, sondern wissen, daß alles, was von Gott kommt, immer noch in einer letzten Schwebe bleiben muß, damit der Glaube nicht aufhöre, Wagnis zu sein ... Die wissen, daß im Glauben das Herz nicht überwältigt wird; daß keine Gewalt da ist, die mit unausweichlicher Gewißheit zwingt. Sondern was von Gott kommt, rührt leise an; kommt sachte; läßt Freiheit; fordert auf zur stillen, tiefen, ruhigen Entscheidung des Herzens. Und selig sind jene genannt, die sich bemühen, innerlich offen zu sein. Die ihr Herz zu reinigen suchen von aller Rechthaberei, Selbstüberlegung, Besserwissenwollen | ||
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