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Gott sagt: »Ich bin der Ich-bin« - das heißt: »der Vorbehaltene.« Die Menschen sollen Gottes Namen und Wesen nicht von sich aus denken, sondern von Ihm her empfangen, damit Er Sich in ihnen aufrichten, und Sein Bild sie aus Seiner eigenen Freiheit heraus umwandeln könne. So geschieht es durch Abraham, so durch Moses, so durch die Propheten - so geschieht es vor allem durch Jesus Christus, in dem wir »den Vater sehen.« Der Mensch aber versucht immer wieder, das Bild Gottes nach seinem Eigenwillen umzuformen. Er fühlt, wenn der lebendige Gott in seinem Geist aufleuchtet, wird er aus seiner Selbstverfangenheit auswandern müssen; dorthin, wo Gott ihn haben will. So modelt er dessen Bild nach seinem eigenen Bilde, damit er bei sich selbst bleiben könne und von Gott in seinem Selbstwillen bestätigt werde. Dann ist er in seinem Bösen, in seinem Trug versiegelt. Darum muß unsere Bitte sein: »Herr, leuchte Du auf in meinem Glauben und meinem Lieben. Nicht, wie ich Dich möchte, sondern wie Du in Dir bist.« Und wenn dann das Gefühl kommt, vor Ihm zu versagen, dann wollen wir es festhalten; denn so lange stehen wir vor dem wirklichen Gott, als wir das Bewußtsein haben, vor Seiner Heiligkeit nicht bestehen zu können. Gott ist immerfort unser Gericht - aber auch unsere Erlösung. Er hilft uns, auszuwandern und zu Ihm zu kommen. Ein Tier ist fertig, wie es ist, und bleibt so. Der Mensch wird erst fertig aus Gott heraus, denn er ist auf Ihn hin geschaffen. »Herr, gib, daß Du frei bleibest in mir. Laß Dein Angesicht leuchten über mir. Laß mich vor Dir das Gerichtetsein fühlen - und zugleich die Barmherzigkeit, die mich hinüberführt.« | ||
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