Romano Guardini Online Konkordanz
Treffernummer:

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104.
Brief vom 17.11.1927, Potsdam.
Potsdam 17.11.27
Lieber Joseph
Heute kam Dein Brief und obwohl bereits zwölf Uhr nachts vorbei ist, möchte ich Dir doch noch rasch einen Gruß senden, und betonen, daß ich unter allen Umständen auf Deinen Januarbesuch rechne. Langen die Moneten nicht, dann werden wir die Sache schon anders machen. - Woneben ich bemerke, daß ich an Deiner Stelle mich wegen der unvermuteten Rückzahlungsforderung*823 doch einmal sehr eingehend mit einem Rechtsanwalt besprechen würde.
Gute Nacht also! Und halt den Kopf hoch!
Romano.


105.
Brief vom 26.11.1927, Potsdam.
Potsdam 26.11.27
Lieber Joseph
Johannes Spörl*824 - Du kennst ihn von München her - steckt augenblicklich in den letzten Arbeiten an seiner Dissertation. Er hat keine Ferien gemacht, und ihm täte eine kleine Ausspannung mit der Möglichkeit, gelegentlich über dies oder jenes zu reden, gut. Darf er Dich einige Tage besuchen? Am besten würde ihm der Anfang Dezember passen. Du würdest ihm einen Dienst tun, und Dich würde es vielleicht auch
823 In Zusammenhang mit dem Tod des Vaters Cäsar Weiger (? 18.7.1927) waren Erbschaftsfragen aufgetaucht.
824 Johannes Spörl (5.9.1904, München, bis 19.4.1977, ebd.), Mitglied des Quickborn; Historiker; Studium in München und Bonn; Habilitation 1934 in Freiburg bei Philipp Funk; nach Privatdozentur, Militärdienst und Kriegsgefangenschaft ab 1947 Professor für Geschichte in München; ab 1950 in Freiburg; ab 1952 Vizepräsident der Görresgesellschaft; Hg. von Historisches Jahrbuch der Görres-Gesellschaft. Werke (Auswahl): Diss.: Das Alte und das Neue im Mittelalter. Studien zum Problem des mittelalterlichen Fortschrittsbewußtseins, München 1930; Grundformen hochmittelalterlicher Geschichtsanschauung. Studien zum Weltbild der Geschichtsschreiber des 12. Jh., 1935; (Hg.), Bernhard von Clairvaux. Die Chimäre eines Jahrhunderts, 1953. Spörls langanhaltende, tiefe Beziehung zu Guardini, entstanden 1924 auf Burg Rothenfels, ist dokumentiert bei Gerner I, 378-385. Die zahlreichen Briefe Guardinis an Spörl bedürfen der Erschließung (Archiv Kath. Akademie München).

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