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NACHWORT * Sehr verehrter Herr Professor, seit die „Briefe über Selbstbildung” geschrieben wurden, sind rund fünfundzwanzig Jahre vergangen, und welche Jahre! In dieser Zeit hat sich so vieles gewandelt - in den äußeren Verhältnissen, wie auch in der Seele des Menschen -, daß ich Ihr Bedenken, sie jetzt neu herauskommen zu lassen, nur zu gut verstehe. Und doch sind diese Briefe, so scheint mir, in ihren Grundgedanken heute noch ebenso gültig, ebenso wichtig und - noch nötiger als vor fünfundzwanzig Jahren! Deshalb glaube ich es vertreten zu können, daß ich Ihnen auf Ihren Wunsch hin die „Briefe über Selbstbildung” in neuer Form vorlege. Es mußte hier und da ein Ausdruck, ein Satz, ein Beispiel erneuert oder weggelassen werden, die mir allzu zeitgebunden schienen. Mehr und Entscheidendes zu ändern, verbot die Dankbarkeit und Liebe zu diesen Briefen, die in jenen langen, wechselvollen Jahren vielen jungen Menschen geholfen haben. Schweren Herzens und nach reiflichem Überlegen habe ich die Briefe auch als Ganzes aus ihrem zeitgeschichtlichen Rahmen gelöst. Ich glaube, daß es nicht ihr Sinn ist - wenigstens heute noch nicht - Zeugnis abzulegen für den Geist und die innere Entwicklung einer einzigen Generation deutscher Jugend. Darum mußte vor allem der Brief über die Gemeinschaft wegfallen, weil er so eng an das schöne, jedoch unwiederholbare Erlebnis | ||
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