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Katholische Religion und Jugendbewegung *1 Eine Antwort an Max Bondy [1921] 1. Max Bondy darf gewiß sein, daß ich die Freideutsche Jugend sehr ernst nehme. Ich sehe in ihr die Leute, welche aus den Voraussetzungen der neueren Zeit die letzten Folgerungen ziehen, und damit auch in ihrem Leben Ernst zu machen suchen. Die liberale Gesinnung der letzten fünfzig Jahre konnte den wirklichen Katholiken nur mit Verachtung erfüllen. Im Freideutschen aber steht er einem Menschen gegenüber, der den Mut zur Folgerichtigkeit und zur Einsetzung seiner selbst hat. Ferner scheinen sie mir berufen, jenes Erbe zu überwinden, vorausgesetzt, daß sie ganze Arbeit machen. 2. Bondy hält mir entgegen, es sei "falsch zu sagen, daß die freideutsche Jugend die Autorität als solche geleugnet hätte." Vielmehr habe sie nur die bisherigen Vertreter, und auch sie nicht alle, abgelehnt, weil sie anders lebten als redeten; und weil sie für die wahren seelischen Bedürfnisse der Jugend kein Verständnis gehabt hätten. - "Wahrhaftige" Autorität hingegen habe sie nicht nur bejaht, sondern sich sogar nach ihr gesehnt, und die "empirischen" Vertreter von Elternhaus, Schule und Kirche gerade deswegen abgelehnt, weil sie von jener abgefallen seien. *1 Dieser Teil [nämlich die Rubrik "Aussprache"] steht, soweit es der Platz gestattet, allen ehrlichen Menschen zur Auseinandersetzung mit uns offen. Die Schriftleitung. | ||
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