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101. Brief vom 09.09.1927, Potsdam Potsdam 9.9.27 Lieber Joseph Ich schäme mich ordentlich Dir gegenüber, daß ich meine Reisezusage immer wieder zurücknehmen muß. Aber ich bin in einer richtigen Klemme. Fräulein Thomas*816 ist krank; ich habe von Tag zu Tag gehofft, die Sache würde sich machen; stattdessen gehts auf und ab, und hat sich nun wieder verschlimmert. Ich habe nur ein recht dummes und unselbständiges junges Dienstmädchen dazu, und kann der nichts überlassen. So habe ich Dir telegraphieren müssen, daß ich frühestens Dienstag oder Mittwoch fortkann. Was machst Du aber nun mit Deinen verschiedenen Dispositionen? Ich möchte nicht, daß die in Durcheinander kämen. Schreib mir doch bitte, wie es damit steht. Ich habe eine Reihe recht schwerer Tage hinter mir; recht geeignet, um mir vorzustellen, wie schwer erst die Deinen sein werden. Wenn man nur näher wäre, daß man sich mit Wort und Gegenwart helfen könnte. So kann man es nur mit Sinn und Gedenken. Aber der Weg wird doch weiter herausführen; ins Hellere. Bleib gesund, lieber Joseph, und auf gutes Wiedersehen! Romano 816 Die Haushälterin Elisabeth Thomas. | ||
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