Romano Guardini Online Konkordanz
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Und mir ist es ein lieber lieber Gedanke, daß ich Dich einmal hier haben darf, Dir alles zeigen, und es mit Dir teilen.
Nun noch eine Bitte: Du hast doch von Hans Rueß*864 die Abschrift des Nachrufes erhalten. Bitte sieh die betr. Stellen nach; ergänze und berichtige, und schicke sie mir bitte bald.
Ebenso den genauen Titel der Briefausgabe Newmans.*865 Ich weise dann in einer Bemerkung darauf hin.
Nocheinmal, vergelt Dirs Gott, und von Herzen guten Gruß
Romano

118.
Brief vom 29.11.1928, Berlin-Charlottenburg.
Charlottenburg, den 29. November 28.
Sophienst. 4/5
[Maschinenschriftlich,
mit handschriftlichen Verbesserungen]
Lieber Joseph!
Ich hatte Dich telegraphisch gefragt, ob und wann Du kommst, weil ich nämlich gern etwas vorausgesehen hätte, um mich einzurichten. Sei also bitte so gut und gib mir, sobald Du irgend kannst, Bescheid; und zwar telegraphisch.
Was Du über das Lewin'sche Buch*866 sagst, ist mir aus dem Herzen gesprochen. Es ist ein Symptom dessen, was sich vorbereitet. Unfähigkeit, Probleme zu sehen. Ungeduld und Unkultur des Gedankens, der die Verflechtungen der konkreten Wirklichkeit nicht mehr ertragen kann. Radikalisierung und intellektuelle Sensationslust. Und dann hatte
864 Vgl. Br. 110.
865 John Henry Kardinal Newman, Briefe und Tagebuchaufzeichnungen aus der katholischen Zeit seines Lebens. 2 Bde., Ausgewählte Werke Bd. 9 und 10, Mainz (Grünewald) 1929 und 1931.
866 Robert Kosmas Lewin, Apostaten-Briefe, Wiesbaden (Hermann Rauch) 1928, worin Guardinis Vorlesungen in ehrverletzender Weise angegriffen wurden. Vgl. GF 305-307.

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