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Das Wunder und das Bild vom Menschen und von der Welt [1933] I. Wir wollen uns hier mit dem Problem des Wunders beschäftigen. Es stellt unserer Überzeugung nach keine interne Angelegenheit der Theologie dar. Der Wissenschafter zum Beispiel oder der real-praktische Mensch könnten sich nicht am Wunder uninteressiert erklären, indem sie annähmen, die Welt, in der sie leben, sei ein abgeschlossener Bereich, der unabhängig von der Stellungnahme zu jenem Phänomen aufgefaßt werden könnte. Wohl gelangt im eigentlichen Wunder die Natur an ihre Grenze; aber die Grenzwirklichkeiten sind für das, was in ihnen an die Grenze gelangt, nicht gleichgültig, vielmehr wird gerade von ihnen her die Frage nach dem inneren Wesen des Ganzen in Bewegung gebracht. Wir wollen unsere Überlegungen folgendermaßen aufbauen: Zuerst soll der Begriff so weit klargestellt werden, daß wir wissen, was gemeint ist, wenn vom „Wunder“ geredet wird. Dann wollen wir über das Wesensphänomen des Wunders sprechen, in seinem Bezug auf Mensch und Welt. Endlich über den religiösen Zusammenhang, in welchem es steht, und von dem aus erst seine letzte Sinnbestimmung erfolgen kann. II. Das Wort „Wunder“ wird von der Umgangssprache in verschiedener Bedeutung gebraucht. | ||
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