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Der Widersacher I. An verschiedenen Stellen des Neuen Testamentes – sieht man genauer zu, sind es sogar ziemlich viele – spricht Jesus vom Widersacher Gottes und der Menschen, dem Satan. Er tut es in verschiedener Weise: so, daß er ihn den Feind des Lichtes und des Guten nennt, oder in ihm den Urheber körperlicher und seelischer Krankheiten sieht, oder aber ihm in unmittelbarem Kampf entgegentritt. Diese Tatsache hat die Neuzeit, soweit sie an Jesus festzuhalten suchte, in große Verlegenheit gebracht, und sie hat sich bemüht, den Gedanken des Satans und seiner Macht aus dem Geistesbilde Jesu auszuscheiden. Sie hat die peinlichen Worte und Geschehnisse umgangen und die Aufmerksamkeit ganz auf die angeblich rein »religiös-ethischen« Gehalte der Person und Botschaft Jesu gerichtet, – oder sie hat geradezu erklärt, die Überzeugung von der Wirklichkeit Satans gehöre zur Denkweise unentwickelter Völker und absinkender Zeiten; was sich also davon bei Jesus finde, seien Reste einer noch nicht ganz überwundenen Vergangenheit. Wir müssen uns aber darüber klar sein, daß das Wissen um das Dasein gegen Gott empörter und den Menschen feindlich gesinnter geistiger Wesen, unter ihnen eines besonders Hervorragenden und Beherrschenden, Satan geheißen, untilgbar zum Bilde Jesu, ja daß es zu seinem Auftragsbewußtsein gehört. Einen Jesus ohne dieses Wissen gibt es nicht. Jesus wußte sich gesendet, das Heil der Menschen zu wirken. Diese Aufgabe bestand aber nicht nur darin, eine religiöse Wahrheit zu lehren, oder dem Dasein eine Richtung und dem Leben eine Ordnung zu geben, sondern zu handeln. Er sollte jene Geschichte vollenden und in neuen Beginn hinübertragen, die Gott seit Jahrhunderten zu führen am Werke war. | ||
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