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Was der Kreuzweg über das Leiden sagt [1924] "Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach." Matth. 16, 24 1. Ein Mann, der im inneren Leben wohl erfahren war, wollte einem jungen Freund einen guten Rat mitgeben. Der sollte ins Leben hinaus; so wollte er ihm etwas sagen, das ihm helfen und nützen könnte. Da wußte er nichts Besseres zu raten als: "Laß keine Woche vorübergehen, ohne den Kreuzweg zu beten. Solang du das tust, wirst du auf dem rechten Wege bleiben. Und wenn du wirklich dich verlierst, so wirst du dich wieder zurückfinden." Der Junge hat den Rat befolgt und ist dabei gut gefahren. Der Mann hatte wirklich recht. Der Kreuzweg ist ein Buch, das jedem Rat und Licht gibt, der es aufzuschlagen weiß. Das christliche Volk hat ihn ersonnen, das seinen Heiland liebte und kannte. Schon in den ersten Zeiten ist er entstanden. Er ist gleichsam eine lebendige Erklärung zu dem kurzen Bericht, den die Hl. Schrift über die letzten Stunden des Herrn gibt. Nicht alles in ihm ist uns durch die Hl. Schrift verbürgt. Manches ist bloß Volksüberlieferung. Aber alles ist voll tiefer Wahrheit. Freilich, man muß dieses Buch recht zu lesen verstehen. Nicht immer gibt uns der Kreuzweg Auskunft über unsere Fragen. Wir müssen ihn richtig beten. Dazu gehört zweierlei. Einmal, daß man ihn wirklich bete. Nicht herunterlese oder heruntersage, sondern mit Herz und Sinn ihn wirklich wandle. Wirklich im Geiste dabei sein, als wäre man einer von den Pilgern damals in Jerusalem und ginge mit der Volksmenge durch | ||
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